Schreiben aus dem Futunischen Reich

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    • Schreiben aus dem Futunischen Reich

      Werte Emirinnen und Emire,

      jahrelang haben die Staaten der Welt nach einem dauerhaften Ersatz für den Rat der Nationen gesucht. Dabei wurden alte Fehler wiederholt und neue hinzugefügt. Statt jedoch Innenschau zu betreiben, wurden die Fehler als heilige Kühe in Stein verehrt, über Alternativen jedoch nie ernsthaft nachgedacht.

      In unseren Augen ergaben sich die folgenden Fehler:

      1. Nicht limitierte, schier endlos dauernde Debatten, in welchen sinnlose Details die Teilnehmer erschöpften und die nach und nach in einen Streit zwischen zwei, maximal drei Kontrahenten abdriften.
      2. Eine häufig inaktive oder leider oft auch parteiische Führung, deren Ausfall durch überbordende Bürokratie wett gemacht werden musste.
      3. Das Vertrauen auf einen permanenten Gastgeber, dessen Wahl jedoch oft Animositäten auslöste oder verschärfte und Misstrauen nach sich zog.
      4. Das künstliche Generieren von Themen, obwohl es einfach keine Angelenheiten gab, welche internationaler oder zumindest regionaler Aufmersamkeit bedurfte.

      Die großen Probleme sind daher Ziellosigkeit, Bürokratie und Stasis.

      Das Schahtum Futuna schlägt aus diesem Grund eine wechselnde Konferenz vor, welche durch die Staaten rotiert und allen Staaten so auch eine Gegenleistung für ihre Beteiligung bietet. Die Limitierung der jeweiligen Tagung erhöht den Entscheidungsdruck, was leidigen
      Endlosdebatten um rechtliche Spitzfindigkeiten oder die Pole den Boden entzieht und zu brauchbaren Ergebnissen führen kann. Dies ist mit einer offenen Diskussion weit weniger gegeben. Der Wechsel der Tagungsorte verhindert die Bevorzugung einer Nation und damit emotionale Nichtigkeiten, welche sachliche Bearbeitung unmöglich machen. Der Abstand zwischen den Tagungen ergibt auch eine zweckmäßige Sammlung der Themen statt auf neue Tagungspunkte zu hoffen. Realistisch gesehen eskaliert kein Konflikt so schnell, dass er nicht von einer Konferenz erfasst und moderiert werden könnte. Dementsprechend sei nun präsentiert:

      Präambel: Die hier versammelten Nationen sind zu dem Schluss gekommen

      Dass allein die Kooperation und Gesprächsbereitschaft Konflikte dauerhaft und in ihrem Entstehen zu lösen vermag.
      Dass nur ein gemeinsames Forum aller Staaten Missstände ansprechen und hervorheben kann.
      Dass Konstruktivität und Sachlichkeit der Leitfaden jeglicher nutzbringer Diskussion sein sollen.

      In diesem Sinne begründen die unterzeichnenden Staaten die Konferenz der Nationen mit den folgenden Statuten:

      Artikel l: Ziele

      §1 Die Konferenz der Nationen dient der Konfliktlösung zwischen den Nationen und Staaten und steht für das Primat der Diplomatie.
      §2 Die Konferenz der Nationen wacht über das gemeinsame Erbe der Menschheit in Form der Polargebiete, Weltmeere und den Zeugnissen der Geschichte und wird Mittel finden, dieses zu schützen und zu pflegen.
      §3 Die Konferenz der Nationen bietet einen Rahmen, regionale und internationale Probleme und Angelegenheiten zu diskutieren und zu lösen.
      §4 Die Konferenz der Nationen steht als Bewahrer des internationalen Rechts und gibt seinen Mitgliedern verbindliche Rechtsgrundlagen im internationalen Umfeld.


      Artikel II: Verfasstheit

      §1 Die Konferenz der Nationen tagt alle drei Monate für je einen vollen Monat in einem der Mitgliedstaaten.
      §2 Die Mitgliedstaaten werden in alphabetischer Reihenfolge zum Gastgeber der Konferenz. Neue Mitglieder werden nach ihrer Aufnahme erst nach dem vollständigen Durchlaufen der bisherigen Liste neu eingefügt. Mitgliedstaaten, welche auf einer Tagung nicht vertreten sind, werden auf der Liste übersprungen.
      §3 Der Gastgeber übernimmt die Moderation und Leitung der Konferenz für die Dauer der jeweiligen Tagung.
      §4 Eine Nation kann auf ihre Rolle als Gastgeber verzichten, so sie dies auf der unmittelbar vor ihrer Verpflichtung liegenden Tagung bekanntgeben.
      §5 Die Konferenz der Nationen bekennt sich zu demokratischen Prinzipien und dem Majoritätsprinzip.


      Artikel III: Mitgliedschaft

      §1 Mitglied wird jeder Staat automatisch, welcher über ein souveränes Territorium auf einer objektiv verifizierbaren Weltkarte verfügt, auf der die Majorität der Mitglieder verzeichnet sind, und sich bei einer Tagung vertreten lässt.
      §2 Jedes Mitglied kann sich nur durch einen Vertreter bei einer Tagung vertreten lassen, auch wenn es selbst Gastgeber ist.
      §3 Mitglieder bekennen sich durch ihre Teilnahme automatisch zu den hier dargelegten Regeln und Zielen und haben Teil und Anspruch auf die niedergelegten Völkerrechtsregeln.


      Artikel IV: Diskussionen und Abstimmungen

      §1Der Gastgeber hat bei einer Tagung einen Rahmen zu gewährleisten, welcher es den Mitgliedern ermöglicht, Diskussionen über ein selbst gewähltes Thema zu beantragen, so diese in den Kontext von Artikel I fallen.
      §2 Diskussionen dauern vier Wochen an. Es steht den Mitgliedern frei diese auf der nächsten Tagung neu aufzugreifen.
      §3 Sollte es sich um bindende Beschlüsse handeln, so ist dazu zusätzlich am Beginn der Diskussion eine Abstimmung zu beantragen. Die Verbindung mit einer Abstimmung verkürzt die maximale Dauer auf drei Wochen.
      §4 Alle Abstimmungen erfolgen öffentlich und nach dem Prinzip der einfachen Majorität. Die vierte Woche der Tagung stellt den Abstimmungszeitraum dar. Mehrfachabstimmungen und Änderungen der Abstimmung seitens des Mitgliedes führen zur Ungültigkeit. Gültige Abstimmungsoptionen stellen "Ja" oder "Nein" dar.
      §5 Führt eine Abstimmung zu einem rechtlich verbindlichen Ergebnis, so ist dieses von allen Mitgliedern entsprechend in nationalen Archiven zu vermerken.


      Das Schahtum Futuna wird nach einer positiven Rückmeldung interessierter Staaten eine erste Liste in alphabetischer Reihenfolge aufstellen und gemeinsam mit dem ersten Staat auf dieser Liste die Einladungen zur ersten Tagung organisieren.


      Mögen die Götter Ihnen Weisheit und Bedacht bei der Abwägung dieses Vorschlags schenken.

      Jaavid Gried, Großwesir des Schahtums Futuna